Waltroper ErstwählerInnen fragen - wir antworten

1) Was wollen Sie konkret für Jugendliche in Waltrop tun und wie werden Sie das umsetzen?
Angesichts der extremen Haushaltskrise der Stadt (ausführlicher in Punkt 5) können nur wenige neue Angebote der Stadt geschaffen werden. Alles andere wäre gelogen! Als Partei werden wir, wie schon zweimal in diesem Jahr, Rockkonzerte veranstalten und dies mit unseren Aufwandsentschädigungen als Ratsmitglied selbst finanzieren. Bestehende Angebote müssen gegen den Druck der Kommunalaufsicht mit allen Mitteln, wie bisher, verteidigt werden. Wir wollen, dass Jugendliche sich weiterhin an vielen Orten auch draußen treffen können, ohne dass ständig nach Polizei und Jugendamt gerufen wird.

2) Wollen Sie sich für den Erhalt der Jugendeinrichtungen in der Stadt einsetzen bzw. neue schaffen?
Wir werden natürlich alles dafür tun, dass das Jugendcafe am derzeitigen Standort erhalten bleibt und uns damit gegenüber der CDU durchsetzen, die immer wieder, dass Grundstück verscherbeln will. Zusätzlich als neues Angebot wollen wir im Rat beantragen, dass es endlich wieder gute Kinoveranstaltungen in Waltrop gibt. Dies ist ohne größere Kosten in Zusammenarbeit mit der Stadthalle, Ehrenamtlichen und Verwaltung zu realisieren.

3) Wie wollen Sie die Schulen sanieren?
Die Schulen wollen alle Parteien sanieren. Dies können wir aber nur in dem Umfang der Landes- und Bundesförderung tun. Sehr wichtig ist es uns, dass die Schüler an diesen Entscheidungen noch mehr in ihren Schulen beteiligt werden. Wir wollen, für die Schulen Energiebudgets einführen. Was die Schulen an Energie im Vergleich zu den Vorjahren einsparen, soll, wie in anderen Städten bereits realisiert, zum Teil als Haushaltsmittel wieder den Schulen zurückgegeben werden. Aus diesem Topf können dann Einrichtungsgegenstände und Ausstattung unter Beteiligung der Schüler beschafft werden. So entsteht eine höhere Mitverantwortung in den Schulen Energie einzusparen, um mit dem Geld etwas sinnvolleres für die Schule zu tun.

4) Viele Jugendliche haben Probleme den passenden Beruf zu finden. Wie wollen Sie helfen?
Hierfür sind z. B. Ausbildungsplatzbörsen durchzuführen. Ansonsten sind die Schulen noch mehr zu motivieren, Praktika etc. anzubieten und Schnupperangebote an den Unis wahrzunehmen. Zusätzlich muss die Stadtverwaltung endlich wieder jedes Jahr Ausbildungsplätze schaffen. Das rechnet sich für die Verwaltung auch schnell, weil sie sonst erhebliche Probleme hat, qualifiziertes Personal einzustellen. In der Verwaltung ausgebildete Jugendliche aus Waltrop sind nachweislich motivierter und auch kostengünstiger, als ausgebildete Kräfte später aus anderen Verwaltungen abzuwerben. Ein bisschen mehr Weitsicht und Personalentwicklung würde der Stadtverwaltung und den Jugendlichen gut tun.

5) Wie wollen Sie den Haushalt sanieren?
Der Haushalt der Stadt Waltrop ist aufgrund extrem hoher Defizite, wie überall im Ruhrgebiet, nicht zu sanieren. Wie in den letzten zehn Jahren werden wir leider auch die nächsten zehn Jahre unter strenger Kommunalaufsicht stehen. Deshalb können keine neuen Jugendeinrichtungen etc. errichtet werden, oder mal eben zusätzliche Personalstellen geschaffen werden. Da, wo es noch unnötige Bürokratie gibt, muss sie abgebaut werden. Aber wir werden deshalb nicht alle Einrichtungen verkaufen und freiwilligen Aufgaben einstampfen, weil auch so in den Ruhrgebietsstädten die Haushalte nicht zu sanieren sind! Wir werden uns auf allen Ebenen für eine bessere Finanzausstattung der Ruhrgebietsstädte einsetzen und jeden unsinnigen Eingriff der Kommunalaufsicht (Sparkommissare etc.) vehement weiter bekämpfen.

6) Unterstützt Ihre Partei das Projekt newPark?
Unsere Partei ist gegen die Industrialisierung der Rieselfelder und gegen den newPark. Wir haben im Ruhrgebiet genügend bereits gut erschlossene Industriegebiete, die händeringend nach Investoren suchen. Für newPark noch mal viele Millionen Steuergelder zu investieren, um dann festzustellen, dass internationale, „saubere“ Großunternehmen sich nicht hier Mitten auf der grünen Wiese niederlassen wollen, ist Blödsinn. Das Geld sollte besser für sinnvolle Wirtschaftsförderung von kleinen Unternehmen aus der Region verwendet werden. Es reicht, dass Waltrop schon von Kohlekraftwerken umzingelt werden soll. Wir brauchen nicht noch mehr Dreckschleudern, die sonst keine Region haben will, auf einer Fläche, die fast so groß wie unser Stadtgebiet ist.

7) Was wird Ihre Partei für den Erhalt des Freibades tun?
Das Freibad wird im Nichtschwimmerbereich erhalten bleiben. Falls die Kommunalaufsicht nur unter der Bedingung der Schließung des Schwimmerbereichs ein Hallenbad genehmigen wird, werden wir das, wie alle anderen Parteien in diesem Fall mittragen müssen. Das ist keine angenehme Entscheidung, aber anders wird es wahrscheinlich nicht gehen. Klar hätten wir alle gerne ein größeres Badeangebot, aber das wird aufgrund der extremen Verschuldung der Stadt wahrscheinlich leider nicht möglich sein.



 
 

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